Er wurde einer von uns

    Darum freuen wir uns und sind fröhlich, denn bald feiern wir das Geburtsfest unseres Erlösers. Für uns ist das Leben in Person zur Welt gekommen: Derjenige, der uns die Furcht vor dem Tod nimmt und uns mit Jubel erfüllt. Derjenige, der uns ewiges Leben verspricht.

    Niemand muss von diesem Freudenfest ausgeschlossen sein. Jeder darf sich freuen. Denn der Herr ist erschienen, um uns alle zu befreien. Er beseitigt das, was uns alle plagt, weil keiner von uns es schafft, ohne Schuld durchs Leben zu gehen: Er beseitigt für uns Sünde und Tod.

    Deshalb: Wer schon heilig ist, darf jubeln, weil der Siegespreis nahe ist. Wer noch ein Sünder ist, darf sich freuen, weil die Vergebung nahe ist. Und wer ohne Gott ist, darf neuen Mut gewinnen, weil das Leben nahe ist.

    Es ist so: Der Teufel brachte den Tod in unsere Welt. Und um dieses Problem für uns zu beheben, stellte sich der allmächtige Herr ihm entgegen, und zwar nicht in seiner ihm eigenen Majestät, sondern in unserer Niedrigkeit. Nach dem erhabenen und ehrwürdigen Grundsatz der Gleichheit nahm er den Kampf für uns auf. Er maß sich mit dem Teufel in dem gleichen Leib und in der gleichen Natur wie die aller Menschen. Und obgleich er dabei ohne Sünde blieb, wurde er doch genauso ein Sterblicher wie wir. Und so bezwang er den Satan ausgerechnet durch eben jene menschliche Natur, die dieser wütende Feind einst in die Knie gezwungen hatte …

    »Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr« (Lk 2,10-11).

    Ein Tagesimpuls von Leo dem Großen

    Aus: »Sermones«, Bibliothek der Kirchenväter, sprachlich überarbeitet. 
    14. November 2021, 5:00 Uhr

    Quaerere Deum, invenire beatidudinem

    Ewiges Leben ist, Gott zu erkennen. Das ist Glückseligkeit, sagen die Heiligen. Mit anderen Worten: Dein Leben wird unendlich voll, wenn du mit Gott unterwegs bist. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Ist echte Glückseligkeit im Alltag wirklich möglich? Diese Fragen stehen hinter den Veröffentlichungen des Giskim-Projekts. Erfahre mehr im regelmäßigen Newsletter und, wenn du willst, unterstütze die Arbeit von Giskim!

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