Die lange zuvor angekündigte Erlösung

    Gottes Güte hat schon immer auf verschiedene Art und Weise für die Menschheit gesorgt. Seine Vorsehung erwies auch in vergangenen Zeitaltern reichlich Gnade. Nun aber ist das göttliche Wohlwollen weit über das in Vorzeiten gezeigte hinausgegangen: in Christus stieg die Barmherzigkeit in Person zu jenen herab, die in Sünden lebten. Die Wahrheit kam zu denen, die auf Irrwegen gingen. Das Leben zu solchen, die gestorben waren.

    Das Wort, wie er genannt wird, hat unsere niedrige Natur mit seiner Gottheit vereint. Der, der als Gott von Gott geboren ist, wurde auch als Mensch vom Menschen geboren. Dies war seit Erschaffung der Welt verheißen worden. Zahlreiche Vorbilder in Wort und Werk hatten zuvor darauf hingewiesen. Wie gering war jedoch der Teil der Menschheit, der sich von diesen Symbolen und in Dunkel gehüllten Geheimnissen hatte erretten lassen. Aber Christus kam und verwirklichte das, was schon lange im Verborgenen angekündigt war. Das Ereignis, das so lange bevorgestanden hatte, wurde in ihm Wirklichkeit und würde nicht nur wenigen, sondern unzähligen Glaubenden Nutzen bringen.

    Heute werden wir nicht mehr durch Zeichen oder Vorbilder zum Glauben geführt. Nein, das Evangelium lehrt genau, dass wir dasjenige anbeten, was wir als Tatsache bekennen. Wenn wir zu unserer Unterweisung auch die Zeugnisse der Propheten des Alten Bundes nehmen, so müssen wir nicht mehr im Geringsten an dem zweifeln, was durch so viele Weissagungen zuvor verkündet worden ist.

    Eine dieser Prophezeiungen ist das, was der Herr zu Abraham gesagt hat: »Segnen werden sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde« (1Mo 22,18). In diesem Sinne besingt David im Geist der Prophetie die Verheißung Gottes mit den Worten: »Der Herr hat David Treue geschworen, nicht wird er von ihr lassen: Einen Spross deines Leibes will ich setzen auf deinen Thron« (Ps 132,11). Und so spricht der Herr durch den Mund des Propheten Jesaja: »Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und wird ihm den Namen Immanuel geben« (Jes 7,14), und an anderer Stelle: »Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht« (Jes 11,1).

    Mit diesem Reis ist in prophetischer Hinsicht zweifellos die Jungfrau Maria gemeint. Sie ging aus dem Stamm Isais und dessen Sohnes David hervor. Sie brachte, vom Heiligen Geist befruchtet, einen jungen Trieb menschliches Fleisches aus ihrem mütterlichen und dennoch jungfräulichen Schoß zur Welt.

    »Vielfältig und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; am Ende dieser Tage hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben von allem eingesetzt, durch den er auch die Welt erschaffen hat« (Hebr 1,1-2).

    Ein Tagesimpuls von Leo dem Großen

    Aus: »Sermones«, Bibliothek der Kirchenväter, sprachlich überarbeitet. 
    23. November 2021, 5:00 Uhr

    Quaerere Deum, invenire beatidudinem

    Ewiges Leben ist, Gott zu erkennen. Das ist Glückseligkeit, sagen die Heiligen. Mit anderen Worten: Dein Leben wird unendlich voll, wenn du mit Gott unterwegs bist. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Ist echte Glückseligkeit im Alltag wirklich möglich? Diese Fragen stehen hinter den Veröffentlichungen des Giskim-Projekts. Erfahre mehr im regelmäßigen Newsletter und, wenn du willst, unterstütze die Arbeit von Giskim!

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.