Der rechte Weg ist eng und steil

    Ja, das Geheimnis von Weihnachten, als sich unser Herr mit dem Fleisch unserer Natur umkleidete, lässt sich kaum in Worte fassen. Dennoch wage ich es, zu diesem geheimnisvollen Tag, der für die Erlösung der Menschen bestimmt wurde, etwas weiterzugeben, was dir zur Stärkung dienen kann. Dabei vertraue ich nicht auf meine eigene Kraft, sondern auf die Unterweisung des Herrn selbst.

    Ein Großteil der Kirche Gottes versteht wohl, was er glaubt. Es geht hier keineswegs um überflüssige Dinge, die schon längst gesagt wurden und wieder einmal durchgekaut werden. – Vielleicht erfährst du aber heute zum ersten Mal von unserem Glauben; und es ist meine Pflicht, dir alles darüber zu sagen. Sicherlich ist’s auch besser, diejenigen, die bereits informiert sind, mit möglichen Wiederholungen zur Last zu fallen, als denen, die noch nichts davon wissen, die erforderliche Aufklärung vorzuenthalten.

    Dies sind die Tatsachen: Der Sohn Gottes ist nicht dieselbe Person wie Gott der Vater und der Heilige Geist. Aber er ist wohl von gleicher göttlicher Natur. Er ließ sich herab, um an unserer Niedrigkeit teilzuhaben. Er wollte einer der Sterblichen sein, fähig zu leiden. Und das ist etwas so Hochheiliges und Wunderbares, dass alle Weisen der Welt den Grund dieser göttlichen Entscheidung niemals erkennen könnten, wenn nicht das wahre Licht selbst unsere Finsternis vertreibt.

    Ob es darum geht, ein tugendhaftes Leben zu führen, die Gebote Gottes zu halten oder im richtigen Glauben zu bleiben – der Weg, der zum Leben führt, ist eng und steil. Mühsam und gefährlich ist es, eine Bahn durch die Vielfalt unsicherer Meinungen, Scheinwahrheiten und Verkehrtheiten zu finden. Wer schafft es da, sicheren Schritts auf diesem einen Weg der gesunden Lehre zu gehen und jeder möglichen Täuschung zu entgehen, wenn auf allen Seiten die Schlingen des Irrtums drohen? Das kann nur derjenige, der sich durch Gottes Geist belehren und leiten lässt.

    Der Apostel Paulus sagt: »Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott stammt, damit wir das erkennen, was uns von Gott geschenkt worden ist« (1Kor 2,12).

    »Die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns …« (Tit 2,11.12).

    Ein Tagesimpuls von Leo dem Großen

    Aus: »Sermones«, Bibliothek der Kirchenväter, sprachlich überarbeitet. 
    17. November 2021, 5:00 Uhr

    Quaerere Deum, invenire beatidudinem

    Ewiges Leben ist, Gott zu erkennen. Das ist Glückseligkeit, sagen die Heiligen. Mit anderen Worten: Dein Leben wird unendlich voll, wenn du mit Gott unterwegs bist. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Ist echte Glückseligkeit im Alltag wirklich möglich? Diese Fragen stehen hinter den Veröffentlichungen des Giskim-Projekts. Erfahre mehr im regelmäßigen Newsletter und, wenn du willst, unterstütze die Arbeit von Giskim!

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